Projekt “Armut – Identität – Gesellschaft”

Projekt „Armut – Identität – Gesellschaft“

Das Aktionsforschungs-Projekt „Armut – Identität – Gsellschaft“ soll Voraussetzungen schaffen, damit Menschen mit Armutserfahrung an den nationalen Forschungs- und Entscheidungsprozessen, die sie direkt betreffen, teilnehmen und ihr Wissen einbringen können. Das vom Bundesamt für Justiz anerkannte Projekt soll zudem gemeinsam mit betroffenen Personen das Verständnis für das Thema „Fürsorge und Zwang“ in der Geschichte und in der Gegenwart vertiefen.

In diesem Projekt erarbeiten Menschen mit Armutserfahrung gemeinsam mit Fachleuten aus Praxis und Forschung ein Wissen, das zu grundlegenden Veränderungen beitragen soll, damit sich institutionelle oder gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und in der Geschichte erlebte Gewalt nie mehr wiederholen. Sie versuchen, Geschichte und Gegenwart besser zu verstehen, um so zu einer Entwicklung der Praktiken von heute und in Zukunft beizutragen, für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt.

Im Rahmen des Projekts finden über einen Zeitraum von drei Jahren in verschiedenen Kantonen der Schweiz (D und F) Vorbereitungssitzungen statt. Sie ermöglichen die Durchführung von jährlichen Volksuniversitäten und Wissenswerkstätten auf nationaler Ebene. Diese Veranstaltungen sind durch das Thema „Fürsorge und Zwang“ verbunden und bauen aufeinander auf.

Ziel und Forschungsfrage

Mit diesem Aktionsforschungs-Projekt wollen wir das Verhältnis zwischen Gesellschaft, Institutionen und Menschen in Armut besser verstehen. Wir bauen gemeinsames Wissen auf, mit dem Ziel, dass es zu einem Wandel in Gesellschaft und Institutionen beiträgt und Antworten gibt, wie sich diese verändern lassen, damit sich Armut nicht mehr von Generation zu Generation wiederholt. Aufgrund erster Erkenntnisse, die wir aus dem Projekt gewonnen haben, werden wir im weiteren Verlauf folgender Schlüsselfrage nachgehen:

Was macht es möglich, dass armutsbetroffene Menschen in ihrem täglichen Kampf und insbesondere im Zusammenwirken mit Institutionen als vollwertige Akteure anerkannt und unterstützt werden?

Die zentralen Erkenntnisse aus den drei Jahren der Forschung werden 2022 in einem «Co-Schreib-Prozess» verschriftlicht. Die gemeinsam erarbeiteten Kapitel werden in acht gemischten Gruppen (mit Personen aus Wissenschaft, Berufspraxis und mit Armutserfahrung) in der Deutsch- und Westschweiz erarbeitet.

Dialog & Wissenstransfer

Die Synthese aus dem gemeinsamen «Co-Schreib-Prozess» bildet die Basis für einen Dialog mit Politik, Hochschulen und Institutionen in der Deutsch- und Westschweiz. Ziel ist es, die Erkenntnisse aus der Forschung mit ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zu diskutieren und gemeinsam über die nötigen Entwicklungen und Veränderungen nachzudenken.

Im April 2023 werden die aus der Forschungsarbeit hervorgegangen Erkenntnisse inklusive konkreter Vorschläge aus den Dialogen publiziert und im Rahmen eines Abschlusskolloquiums und weiteren
Anlässen zusammen mit Partnern der breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Finanziert mit der Unterstützung von

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Migros Kulturprozent

Mehr Informationen

Den Projekt-Flyer 2022-23 herunterladen (PDF)

Den Projekt-Flyer 2019-21 herunterladen (PDF)

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