Medienmitteilung – 17. Oktober 2025

Medienmitteilung - 11.04.2023

In diesem Jahr lautet das Thema des UNO-Welttags für die Überwindung der Armut Soziale und institutionelle Misshandlung beenden. Respekt und Unterstützung für Familien sicherstellen”. Eine neue Publikation von ATD Vierte Welt Schweiz macht Vorschläge für Veränderungen: 

Eine Zukunft ohne Armut für Kinder schaffen: 

Eltern, Institutionen und Gesellschaft gemeinsam

ATD Vierte Welt Schweiz veröffentlicht in diesen Tagen eine überarbeitete Version des europäischen Berichts, der im Rahmen des Projekts Baustelle Familien verfasst wurde. An diesem Projekt nahmen von 2020 bis 2023 rund fünfzig armutserfahrene Eltern aus der Schweiz, Frankreich, Belgien, Grossbritannien, Polen, den Niederlanden und Spanien sowie acht Forscherinnen und Forscher aus verschiedener Universitäten teil. Der Schlussbericht schlägt Änderungen im Bereich des Kinderschutzes vor und gibt Beispiele für bewährte Praktiken. Die Schweizer Fassung integriert auch die im Projekt Armut – Identität – Gesellschaft1 aufgezeigten Verbesserungsmöglichkeiten. Sie trägt den Titel „Eine Zukunft ohne Armut für Kinder schaffen: Eltern, Institutionen und Gesellschaft gemeinsam“2.

Veranstaltungen von ATD Vierte Welt in Basel, Biel, Bulle, Freiburg, Genf und Neuenburg anlässlich des Welttags zur Überwindung der Armut bringen Menschen mit und ohne Armutserfahrung ins Gespräch über diese Thematik.3

„Die derzeitigen Gesetze und Institutionen werden als Schwächung der grundlegenden Bindungen zwischen einem Kind, seinen Eltern, seinen Geschwistern und seinen Wurzeln angesehen. Von Armut betroffene Eltern fordern tiefgreifende kulturelle Veränderungen und Anpassungen der Funktionsweise des Systems, um die Anerkennung und Verwirklichung ihres Rechts auf Familiengründung zu gewährleisten.“

Die neue Publikation von ATD Vierte Welt Schweiz enthält auch das Porträt einer Schweizer Familie über drei Generationen hinweg, deren erste Generation fürsorgerische Zwangsmassnahmen erlebt hat. Die Auseinandersetzung dieser Familie mit Institutionen und Fremdplatzierungen wird darin beschrieben. Dieses Familienporträt wurde zudem für die Bühne adaptiert und wird diesen Herbst in der Westschweiz auf Tournee gehen.3

„Es wiederholt sich [von Generation zu Generation]. Warum? Weil wir untätig sind, weil wir kein Geld haben, weil wir Sozialhilfe beziehen. Wir werden sofort verurteilt.“ 

„Da ich derzeit in Armut lebe, tue ich alles, um da herauszukommen, es ist eine Brücke zur Freiheit. Ich möchte nicht, dass meine Kinder das Gleiche durchmachen müssen wie ich. Ich stehe erst am Anfang dieser Brücke, aber Schritt für Schritt werde ich die Freiheit erreichen.“

Eine Zukunft ohne Armut für Kinder schaffen: Dieses ambitiöse Anliegen erfordert tiefgreifende institutionelle und gesellschaftliche Veränderungen und setzt voraus, dass Eltern als Partner dieser Veränderungen angesehen werden. Der Welttag zur Überwindung der Armut fördert dieses Anliegen.

1. Beziehungen zwischen Institutionen, der Gesellschaft und Menschen in Armut in der Schweiz: eine Gewalterfahrung, die weitergeht, ATD Vierte Welt, 2023, 58 Seiten.

2. Eine Zukunft ohne Armut für Kinder schaffen: Eltern, Institutionen und Gesellschaft gemeinsam, ATD Vierte Welt, 2025, 64 Seiten.

3. Die Termine und Orte der Veranstaltungen und Präsentationen finden Sie in unser Online-Agenda.

Medienkontakt: Tel. 079 585 35 48 und/oder nida-errahmen.ajmi@atd.ch

Nationales Zentrum ATD Vierte Welt – Crausa 3 – 1733 Treyvaux – Tel. 026 413 11 66 – www.atd.ch