Die Kampagne 2026-2027 nimmt Gestalt an

Die in unserer letzten Ausgabe angekündigte nationale Kampagne ist inzwischen konkreter geworden. Sie wird zwischen zwei Ausgaben des Welttags zur Überwindung der Armut stattfinden, also vom 17. Oktober dieses Jahres bis zum 17. Oktober 2027. Leitfaden und erste Konturen des Projekts…

Aus unserem Team Nationale Delegation

Hier zur Erinnerung die Ziele der Kampagne 2026 – 2027:

  • Der Gesellschaft bewusst machen, dass Personen, die in Armut leben, Menschen wie alle anderen sind, die aber mit einer aussergewöhnlichen Situation konfrontiert sind, welche zum täglichen Kampf wird.
  • Die Institutionen dazu bewegen, eine partnerschaftliche, auf Augenhöhe basierende Zusammenarbeit aufzubauen.
  • Die Politikkreise – über die Parteigrenzen hinweg – dafür gewinnen, dass die Armutsbekämpfung als vorrangiges Ziel betrachtet wird.
  • ATD Vierte Welt dazu führen, als eine besonders wichtige Gesprächspartnerin im Kampf gegen die Ursachen der Armut anerkannt zu werden

Ein zentraler Bestandteil der Kampagne wird darin bestehen, mit der Zivilgesellschaft und zahlreichen Institutionen in der ganzen Schweiz in Dialog zu treten. Dazu wollen wir mit einem kleinen Bus kreuz und quer durch das Land touren und an möglichst vielen Orten Halt machen, um dort diverse Veranstaltungen durchzuführen. 

Dazu gehören bestimmt: unsere Dialoge zwischen Menschen mit und ohne Armutserfahrung, informative Austausche mit den Medien, Theateraufführungen, Gespräche mit sozialen Einrichtungen vor Ort, „Wanderausstellung‟ von Kunstwerken, Treffen mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Gebieten.

Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen wird stets eine Frage als Leitmotiv und roter Faden der Kampagne stehen :

„Was ist Ihrer Meinung nach unverzichtbar, um ein würdiges Leben führen zu können?“

An jeder Etappe dieser Reise werden wir die Antworten unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner sammeln, je nach ihren Lebenserfahrungen, ihrer sozialen Situation, ihren politischen Überzeugungen usw. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Kampagne wird darin bestehen, die gesammelten Aussagen mit den gesetzlichen Bestimmungen zu vergleichen. Dabei geht es darum, die Bedeutung von Würde und Armut in der Schweizer Verfassung zu hinterfragen. Finden wir dort, insbesondere in den Artikeln 7, 8, 12 und 41, das, was die Menschen, denen wir im ganzen Land begegnet sind, als unverzichtbar für ein würdiges Leben erachten? Gibt unsere Verfassung den sozialen, gerichtlichen und politischen Instanzen – ja, der Gesellschaft insgesamt – genügend Anreize, die Armut zu überwindenund damit die Würde der von Armut betroffenen Menschen zu achten und zu fördern? 

Der Höhepunkt der Kampagne, zwölf Monate nach ihrem Start, fällt mit dem Welttag zur Überwindung der Armut 2027zusammen, an dem eine grosse Versammlung in Bern geplant ist. In einer symbolträchtigen Geste wollen wir der Politik und den Medien ein Manifest vorlegen – das Ergebnis aus dem Dialog zwischen der Bevölkerung unseres Landes und der Schweizer Verfassung.