Deutschsprachiges Europatreffen vom 7. – 9. Juni in Basel

© Pierre Klein / ATD Vierte Welt

Die ATD Vierte Welt ist ein Ort, wo ich mich zuhause fühle.

So beschrieb es Rösli beim Interview über ihr verfasstes Büchlein Mein gezeichnetes Leben. Es war ein Teil der Vorstellung von Mitgliedern der ATD Vierte Welt Basel und Schweiz am 1. Tag des Deutschsprachigen Europatreffens vom 7. – 9. Juni. Während drei Tagen haben 40 Delegierte aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Polen und der Schweiz einen intensiven Austausch gepflegt. Gut ein Drittel  davon waren Aktivist:innen oder Basismitglieder aus drei verschiedenen Ländern.

Samstag, 7. Juni

Am ersten Tag ging es vor allem darum sich kennen zu lernen, was mit einem netzartigen Seilzuspiel bereits zu einer ersten Vertrautheit führte. Danach hatten die Einheimischen Gelegenheit ihre «Schätze» (Tätigkeiten) vorzustellen. Die Schweizer Delegation begann mit Einblicken in die Geschichte der ATD Basel und der Strassenbibliothek – vorgetragen durch Marie-Rose Blunschi und Noldi Christen, dann folgte das erwähnte Interview mit Rösli Wirz. Simone Blatter vermittelte ein paar Impressionen zur Volksuniversität in der Deutschen Schweiz; Susanne Freiburghaus  berichtete über die Regionale Armutskonferenz vom 19. Oktober 2024 und Gina Zaric sowie Christine Lindt stellten die Seniorenarbeit vor.  

Virginia Hauptlin ging dann auf das schweizerische Dialogprojekt «Endlosschlaufe Armut» ein und Marie-Rose Blunschi berichtete kurz über das Projekt «Baustelle Familie – Juristischer Kampf oder rechtliche Aktion im Kinder- und Jugendschutz». Musikalisch untermalt wurden die Beiträge durch Klavier- und E-Piano-Begleitung.

Dann folgten  die Beiträge der «Schätze» aus den Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Polen. Die Delegation aus Luxemburg hat sogar ein Lied einstudiert und vorgetragen.

Zu diesen Präsentationen waren auch einige Personen – welche nicht die ganzen drei Tage anwesend sein konnten und die zum Teil auch Delegierte bei sich beherbergten – anwesend. Mit einem gemütlicher Grillabend, bei dem sich auch die Sonne von ihrer besten Seite präsentierte, neigte sich der erste Tag dem Ende entgegen.

Sonntag, 7. Juni

Nachdem ein paar Teilnehmende schon früh am Morgen einen Pfingstgottesdienst besucht hatten, startete der 2. Tag mit verschiedenen Workshop-Diskussionen zu den Themen:

  • Kunst, Kreativität und Armutsbekämpfung.
  • Was bedeutet es, sich als ATD-Mitglied weiterzubilden?
  • Kindheit heute: Wie versteht man die Kinder? Was bedeutet Kinder Armut?
  • Politische Arbeit und nationale Pläne zur Bekämpfung der Armut.
  • Umbruch in der Welt – ATD als Friedensstifter in einer Welt im Krieg, in einer Welt, die trennt.
  • Die Folgen des Forschungsprojekts «Armut – Intensität – Gesellschaft AIG in der Schweiz besser Verstehen.

Am Nachmittag gab es dann Gelegenheit bei einer Sozialen Stadtführung dabei zu sein, das Sonntagszimmer der Matthäusgemeinde kennen zu lernen oder im Treffpunkt den Film «Was ist aus uns geworden» anzusehen. Alle drei Angebote  wurden von den Teilnehmenden sehr geschätzt, vor allem die persönlichen Beiträge von Menschen mit Armutserfahrung.

Natürlich gab es auch Gelegenheit die Fotoausstellung «11 Jahre Treffpunkt ATD Vierte Welt Basel», gleich um die Ecke des Tagungsortes «Quartierzentrum Klybeck Klÿck», kennen zu lernen. So unter anderem beim besinnlichen und wunderschönen musikalischen Tagesabschluss von Brunhild Fischer und Romy Hoffmann (Querflöte und Gitarre) aus Deutschland.

Montag, 9. Juni

Erfüllt von den zwei vorangegangen Tagen, bot sich am Pfingstmontag die Gelegenheit länderübergreifende Erfahrungen auszutauschen und Synergien zu nützen, d.h. wie können wir uns gegenseitig unterstützen? Dazu wurden drei Arbeitsgruppen gebildet:

  • Kommunikation pflegen und vertiefen (Einführung durch Nida Errahmen Ajmi)
  • Was geschieht am  17. Oktober?
  • Wie können wir uns als Aktivist:innen, Verbündete und Volontär:innen intern weiterbilden?

Die Zeit war sehr knapp bemessen und dazu kam, dass einige bereits wieder die Rückreise antreten mussten, so z.B. die Delegation aus Polen, die immerhin 1300 km von ihrer Heimat entfernt waren.

Alle Teilnehmer:innen äusserten sich sehr positiv über dieses 2. Deutschsprachige Europatreffen in Basel. Durch die privaten Unterkünfte fanden auch einige intensive Gespräche statt, mit Gastgeber:innen, welche mit der Bewegung ATD Vierte Welt nicht so vertraut sind.

Auch wenn es für das Basler OK-Team (Simone Blatter, Marie-Rose Blunschi, Claude Hodel, Christine Lindt und Eugen Schwarz) viel Arbeit vor und während dem Europatreffen gab, hat sich diese Aktion in jeder Beziehung gelohnt.

Ein besonderer Dank gilt Pierre Klein, der dieses Europatreffen leitete und mit seiner Dynamik und humorvollen Art viel zur guten Stimmung beitrug. Etwa so hatte es Simone es am Schluss des Europatreffens ganz spontan formuliert.

Ein grosses Kompliment gehört auch unserem Küchenteam: Eugen Schwarz und Marco Rauch. Sie haben mit viel Liebe zum Detail wesentlich dazu beigetragen, dass dieses 2. Deutschsprachige Europatreffen zu einem Erfolg wurde.

Claude Hodel